milena kunz bijno

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Milena Kunz Bijno | Löwenburgstraße 37 | 53604 Bad Honnef / Rhöndorf | Tel 02224 - 73949 | EMail milenakunzbijno(at)yahoo.de

Objekte und Skulpturen

Le lettere ritrovate –

Ho trovato in un vecchio appartamento a Torino , dove hanno abitato per anni, i miei padrini, lettere scritte tra il 1930 ed il 1942, l’anno in cui io sono nata. Non sapevo cosa farne. Non avevo tempo di leggerle e mi dispiaceva buttarle, cosi` le ho spedite con altre cose, a Bonn , dove sono rimaste in soffitta, tra gli altri ricordi di famiglia. Durante una di quelle azioni di pulizia, in cui  tento, quasi sempre inutilmente, di sbarazzarmi del superfluo, le ho ritrovate. Sono ora davanti a me, sul tavolo,e vogliono ritornare a vivere, vogliono raccontarmi il loro tempo. Sono lettere di quotidiana banalita´, ma ricche di amore, di paterne apprensioni, di materne raccomandazioni ( mettiti la maglia di lana che ti ho spedito ).Ce ne sono altre invece piene di baci infuocati, di speranze, di attese, di rimproveri e di gelosie, di dichiarazioni di eterna fedelta´. Non sono  documenti storicamente interessanti, ma che  emanano ancora dopo cosi´tanti anni , amore, passione, speranze.

Ettore e´spedito  come militare di leva da Torino a Vercelli , per 3 anni. Cio´significa   essere lontano dalla famiglia e avere pochissimo tempo libero. Niente licenza per Natale e capodanno ed un’attesa infinita per un permesso di uscita che si fa sospirare ,durante giorni che non passano mai. Il rancio e´scarso, le caserma e` fredda, Torino e´lontana, e non rimane che scrivere lettere ed aspettare ansiosamente il postino per riceverne. Intanto La Storia, quella grande, scritta con la lettera maiuscola , avanza.

Hitler e Mussolini  si preparano per sconvolgere l’Europa, a Torino la Fiat diventa la piu´grande industria italiana, il movimento operario e gli intelletuali si oppongono al regime. Io di queste storie ho sentito dei pezzi nella mia infanzia torinese. In famiglia si parlava del terribile tempo della guerra, della casa bombardata e distrutta, della resistenza, dello zio partigiano ferito, ma anche delle belle parate luccicanti e altosonanti di mussoliniana memoria.

Le colonie estive per i bambini erano state una gran bella cosa  per non parlare dell’autostrada Milano Torino! Che grande festa  era stata ! Mussolini in testa ad una lunga sfilata di gerarchi  tutti belli tirati  a nuovo in camicia nera!. Io, bambina scoltavo, con interesse si , ma per me  si trattava di storie vecchie, troppo tristi a volte. La nonna sempre piangeva, quando parlava del bombardamento della sua casa, dalla quale si erano soltanto salvati 2 fiaschi di vino..

Mi interessava il futuro.

Ora sono in Germania quasi da 50 anni e  con le lettere ritrovate,sto´ andando alla riscoperta di un tempo che non ho vissuto, ma che la mia famiglia mi ha in qualche modo tramandato.

In questo nostro tempo in cui le mails e gli sms volano tra i satelliti, le lettere cartacee sono relitti di altri tempi, ma che forse hanno ancora una piccola storia  da raccontarci. A Roma vorrei fare delle ricerche storiche del tempo tra  il 1930 ed  il 1945, per rielaborarlo in veste pittorica, con qualche aggiunta di prosa.. Gia´ho iniziato con le lettere, di cui allego  alcune foto. Da anni  mi occupo della “ Parola nell’arte”,  ed ho elaborato quadri e sculture sul tema. La parola scritta come comunicazione, come figura estetica, come espressione del pensiero che poi si trasforna in immagine, mi ha sempre affascinato.

Con le lettere ritrovate si e´aperto un nuovo capitolo di riflessione, sia umana che pittorica, che vorrei elaborare a fondo, appoggiandomi  a testi antichi  e moderni, ispirandomi ai maestri  di ieri e di oggi. Dadaismo, ma anche Kabbaka, magia della parola che  svela misteri che  si possono appena accennare. L’infinita’ del pensiero e del sentimento inprigionati in tratti, in linee curve e rette che possono trasmettere  emozioni e ricordi, al di la’ del tempo, al di la´delle frontiere. L’Islam adopera la parola come figurazione con una maestria che non sappiamo comprendere a fondo, perche´ abbiamo perso la magia della parola scritta , della calligrafia. Sarei molto grata dell’opportunita´di un soggiorno a Roma.

In Italia,  mio paese natale, avrei modo di rielaborare ricordi, strati culturali antichi e moderni, punti di incontro in una citta` che tutto ha visto e nelle  cui rovine  la civilta´occidentale ha le sue radici. Questo sarebbe un epilogo ad una vita trascorsa tra due paesi, una vita in cui ho  dato del mio meglio per una riciproca comprensione.

Milena  Kunz  Bijno

 Über die Zeit hinaus -

das Wort im Bild

In einer alten Wohnung in Turin, wo jahrelang meine Pateneltern wohnten ,fand ich  einen Karton mit vielen Briefen, geschrieben zwischen 1930 und 1942, dem Jahr, in dem ich geboren wurde. Ich wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Ich hatte keine Zeit, die Briefe zu lesen. Es tat mir jedoch leid, sie einfach wegzuwerfen. So schickte ich sie zusammen mit anderen familiären Erinnerungsstücken nach Bonn, wo sie auf dem Dachboden landeten. In einer meiner Aufräumaktionen, mit denen ich, meist vergebens, versuche, mich von überflüssigen Dingen zu trennen, fand ich sie wieder.

Nun liegen sie vor mir auf dem Tisch und möchten wieder lebendig werden, möchten mir aus ihrer Zeit berichten. Es sind Briefe aus dem Alltagsleben, von Liebe, von elterlichen Sorgen, von mütterlichen Ermahnungen (“ Zieh den Wollpullover an den ich Dir geschickt habe„). Wiederum andere sind voll von heißen Küssen, von Hoffnungen und Erwartungen, von Vorwürfen und Eifersüchteleien, von Schwüren ewiger Treue. Es sind keine Dokumente von historischer Bedeutung, doch sie verströmen auch nach so vielen Jahren Liebe, Leidenschaft und Hoffnung.

Ettore wird für 3 Jahre als Wehrpflichtiger von Turin nach Vercelli einberufen. Das bedeutet, von der Familie  und der geliebten Maria, seiner späteren Frau, abgeschnitten zu sein und kaum freie Zeit zu haben. Kein Urlaub zu Weihnachten oder Neujahr und sehnsüchtiges, nicht enden wollendes Warten auf den nächsten Urlaub, während die Zeit stehen zu bleiben scheint. Die Verpflegung ist karg, die Kaserne eiskalt, Turin weit weg; es bleibt nichts anderes als Briefe zu schreiben und ungeduldig auf den Briefträger mit der Antwort zu warten. Währenddessen nimmt Die Geschichte (die mit Großbuchstaben geschriebene) ihren Lauf.

Hitler und Mussolini schicken sich an, Europa zu verheeren, in Turin wird Fiat das größte Industrie-Unternehmen Italiens, die Arbeiterbewegung und die Intellektuellen widersetzen sich dem Regime. Von dieser Geschichte habe ich in meiner Kindheit in Turin Bruchstücke gehört. In der Familie sprach man von den Schrecken des Krieges, von der Bombardierung und Zerstörung des Hauses, vom Widerstand, vom Onkel, der zu den Partisanen ging und verwundet wurde, aber auch von den schimmernden Militärparaden mussolinianischer Prägung.

„Die Sommerlager für Kinder waren eine gute Sache, ganz zu schweigen von der Autobahn Mailand- Turin! Was für ein Schauspiel war das  gewesen, Mussolini an der Spitze eines langen Zuges von Würdenträgern, alle mit Stolz geschwellter  Brust ( m Schwarzhemd)“.

Ich , ein Kind, hörte zwar mit Interesse zu, aber für mich waren es Geschichten von gestern, manchmal sehr traurige dazu : Großmutter weinte immer, während sie von der Bombardierung ihres Hauses sprach, aus dem man lediglich 2 Flaschen Wein gerettet hatte.

Mich interessierte die Zukunft.

Nun lebe ich seit fast 50 Jahren in Deutschland und mit den wiedergefundenen Briefen schicke ich mich an, eine Zeit wieder zu entdecken, die ich nicht selber erlebt habe, die mir aber meine Familie sozusagen hinterlassen hat. In unserer Zeit, in der E-mails und SMS zwischen den Satelliten hin und herflitzen, sind Briefe aus Papier Relikte einen anderen Zeit, die aber vielleicht uns doch noch eine Geschichte zu erzählen haben.

Mit diesem Projekt möchte ich diese Zeit , dieses menschliche Schicksal, die Leidenschaften, Freuden, Sorgen und Hoffnungen  von Ettore und Maria  wiederauferstehen lassen. Nicht als Buch, nicht als Erzählung, nicht als Biographie, sondern als Serie von Bildern, wie sie das Leben und den Moment einzufangen vermögen. Das geschriebene Wort als Mitteilung, als Kunstfigur, als Ausdruck eines Gedanken, der sich in ein Bild umformt, hat mich seit jeher fasziniert.  Mit den wiedergefundenen Briefen hat sich mir ein neues Fenster der Reflektion eröffnet, sowohl auf menschlicher wie auch auf malerischer Ebene. Es hat etwas Magisches, die Unendlichkeit des Gedankens und des Gefühls festzuhalten in Zeichen, in gekrümmten und geraden Linien, die Emotionen und Erinnerungen übermitteln , über die Zeit hinaus, über die Grenzen hinaus.

Ich bewerbe mich  für das Stipendium in Rom, der ewigen Stadt, weil sie wie kein anderer Ort Brücken über die Zeit schlägt, die man förmlich berühren kann. Hier möchte ich die Zeit von 1930 bis 1945 in künstlerischen Bildern und Texten, wieder lebendig werden lassen. Mit der Verarbeitung der wiedergefundenen Briefe  habe ich bereits begonnen, und ich lege davon  einige Fotos in der Projektskizze bei .

Über einen Aufenthalt in Rom wäre ich überglücklich – wäre es doch fast ein Epilog eines Lebens - meines Lebens - geführt zwischen zwei Ländern und zwei Kulturen, in dem ich stets mein Bestes gegeben habe, um Wege und Bilder für ein gegenseitiges größeres Verständnis zu finden und künstlerisch festzuhalten.

Milena Kunz Bijno


 

Laudato sii